2. April 2012

Holt den Garten Eden zurück

Aktuell leben wir in einer Welt, wo Obst, Gemüse und Kräuter in riesigen Plantagen und meist in Gewächshäusern gedeihen. Unreif, mit Chemie vollgepumpt und zum falschen Zeitpunkt werden sie geerntet, um den Transport hunderte Kilometer durch Länder, Kontinente und sogar Übersee zu schaffen. Das verschlingt Gelder und Ressourcen. Mehrere Zwischenhändler wollen verdienen, jedoch soll der Verkaufspreis akzeptabel bleiben. Der Gärtner verdient also kaum etwas. Was keine Normvorstellung aufweist, landet im Müll. Was bis Samstag zum Ladenschluss nicht verkauft ist, fliegt ebenfalls in den Müll. Wir produzieren minderwertige Ware, um sie Großteils wegzuwerfen. Findet jemand den Fehler? Das wird jetzt anders…


Die Grundprobleme
Eine ganze Reihe an Faktoren lassen im Moment kaum ein anderes vorgehen zu.

1. Das Wetter
Unser hiesiges Wetter erlaubt maximal 2 Ernten auf den Feldern. Es muss also Importiert werden, weil niemand nur noch 1x im Jahr Kartoffen oder Erdbeeren haben will. Ganze Wirtschaftszweige beschäftigen sich nur mit Anbau, Ernte, Verpackung, Transport per Schiff, Flieger, Zug, LKW, Zwischenlagerung, Handel, Entsorgung der Abfälle. Das ganze frist Zeit, Rohstoffe (Öl, Benzin, Strom) und produziert Umweltprobleme (Abgase, Müll). Aber es geht ja nicht anders. Lokaler Anbau bedeutet weniger Nahrungsmittel, weniger Vielfalt und Einlagerungskosten für den Winter. Außerdem ist der kleine eifrige Reisbauer in Asien mit einem Hungerlohn zufrieden, während der Deutsche sich selbst als Saisonkraft und Erntehelfer zu schade ist bei dem, was da gezahlt wird.

2. Der Anbau
Weil das Wetter obendrein „unzuverlässig“ ist, machen Gewächshäuser Sinn. Was es bedeutet, wenn Pflanzen kein bisschen kosmische Strahlung erleben, begreifen wir derzeit noch nicht. Uns wundert nur, dass die Tomaten so wässrig schmecken. Aber Geschmack steht offenbar hinter Preis, Größe, Farbe, Form und dauernden Nachschub.

3. Die Böden
Unsere Welt ist eingeteilt in Anbauflächen & Wirtschaftsflächen sowie Siedlungsflächen. Und weil sich das 1x festgelegt nicht dauernd ändert, ist es also der immer gleiche Boden, der da beackert wird. Der ist verständlicher Weise irgendwann ausgelaugt. Nur muss er weiter herhalten, er ist schließlich Anbau & Wirtschaftsfläche. Dünger muss es richten. Der wird in Ländern weit weit weg aus der Erde gekratzt, in Chemiefabriken zubereitet, verladen, verkarrt, zwischengelagert, verkauft und schließlich aufgebracht. Abermals sind es mehrere Wirtschaftszweige, die am Leben gehalten werden, weil unsere Böden so schlecht sind und gedüngt werden müssen. Und wieder sind es Ressourcen, die verschwendet und Gelder, die gewonnen werden. Niemand macht sich Gedanken, dass eine Pflanze alles aufnimmt, was da in den Boden gelangt und auch nicht verdunstet oder brav nur im unverwendbaren Stängel speichert. Tatsächlich landet die Chemie in jedem Pflanzenteil und damit auch in unseren Körpern. Die haben natürlich so ihre lieben gesundheitlichen Sorgen damit. Aber es gibt ja noch die Gesundheitsbranche, die auch leben und verdienen will.

4. Die Kosten
Geld regiert die Welt und bestimmt, was und ob etwas passiert. Und so ist es eben immer noch billiger, manch pflanzliches Nahrungsmittel in fernen Ländern anzupflanzen und um die ganze Welt zu schippern, als vor Ort biologisch und natürlich zu produzieren. Der Apfel im Supermarkt soll ja bezahlbar bleiben…

5. Das Unwissen
Was die Oma noch wusste, weiß die Mutter schon nicht mehr so richtig. Und das Kind kennt einen Supermarkt maximal von innen aber doch die Bäume, Sträucher und Gräser nicht. Wenn die Oma Marmelade einkocht, dann ist das eine langweilige Veranstaltung für den Enkel. Playstation und Fernsehen fetzt da mehr. Zumal es Marmelade ja im Supermarkt gibt. „Wieso die Oma den Aufwand betreibt? Sinnlos“. Wenn wir noch wüssten, wie die Gräser am Wegesrand wirken, dann wüssten wir, dass eine ganze Apotheke da einfach so kostenlos herum steht. Wenn wir noch wüssten, das Buchen auch leckere Eckern produzieren, die man sogar essen kann, dann hätten wir vielleicht viel Freude beim sammeln im Herbst, statt lange Weile. Ich gestehe, ich hab auch keine Ahnung, was da grünt und blüht. Für mich sind das Bäume, Sträucher und Wiese. Und ich staune manchmal, wenn die Wünschelrute mich in Wald scheucht und will, dass ich vom Baum die Rinde abkratze und Tee draus mache. Man könnte jederzeit an das Wissen ran kommen – ganz ohne Bücher lesen, auswendig lernen und umfangreicher Feldforschung. Wenn man nur wöllte…

Verständnis
Ich verstehe, das wir ein Wetterproblem haben,  und das wir ein Bodenproblem haben. Ich verstehe das von einer höheren Ebene aus. Ja, unser Wetter ist nicht so, das ständig alles grünt und blüht und Früchte trägt. Ja unsere Böden regenerieren sich nicht, wie sie es können müssten.

Unverständnis
Ich verstehe dennoch nicht, wieso wir uns nicht weiter mit dem Wetter arrangiert haben, wie das zu Großmutters Zeiten noch machbar war. Das Wetter ist ja nicht erst seit gestern und seit dem Kapitalismus so. Es ist seit 13.000 Jahren so. Wieso ging das da früher? Wir hätten viele gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme nicht, wenn weniger Menschen vor Langeweile mit sich nicht wüssten wohin und mehr Menschen in die Beschaffung der Nahrungsmittel auf Omas Weise eingespannt wären.

Ich verstehe auch nicht, wieso wir dem Boden, der sich seit 6.000 Jahren nicht mehr erneuern kann, nicht mit natürlichen Mischkulturen helfen bzw. mehr rotieren im Rahmen der festgelegten Anbauflächen.

Ich verstehe auch nicht, wieso wir den Pflanzen den direkten Blick zu den Sternen genommen haben mit Gewächshäusern. Mal abgesehen davon, dass die Errichtung schon wieder Geld und Ressourcen gekostet hat - es ist eben nicht nur der Geschmack, der darunter leidet, wenn die kosmischen Energien die Pflanzen nicht mehr erreichen. Es ist auch ihr Energiegehalt. Unser energetischer Bedarf an Tomaten wäre nach 2 kleinen so gedeckt, wie jetzt nach 8 großen aufgepusteten. Und nur, weil es im Gewächshaus alles 1 Woche schneller geht?

Ich verstehe nicht, was den spanischen Apfel billiger macht, wenn er unter Einberechnung aller Ressourcen sich auf dem Weg nach Deutschland macht, oder vom Apfelbaum vor Ort kommt. Hat das je jemand realistisch kalkuliert? Ich sprech jetzt mal nicht von Südfrüchten, die ein Wetterproblem hierzulande hätten und uns seit 1989 so scheinbar unverzichtbar ans Herz gewachsen sind. Ich meine die Kartoffel, die Erdbeere, die Tulpe… irgendwas, was wir auch hierzulande „könnten“.

Ich verstehe, das aufgrund dessen, wie es sich aus kapitalistischer Sicht entwickelt hat, das alte Wissen verloren ging.

Videos
In letzter Zeit sind mir 2 Videos über den Weg gelaufen, die hier alle 3 gerade gut hinpassen:
Nr. 1 behandelt das Ende der Ressourcen, von denen wir jetzt glauben, sie seien unerschöpflich und worauf all unsere Handelswege beruhen.

Nr. 2 behandelt den Untergang aller Zivilisationen, die nicht mit den lokalen Gegebenheiten gelebt haben, sondern dem Größenwahn verfielen. Globalen Handel zähle ich da hinzu.

Verpasste Chancen
Betrachtet man heute eine Stadt (Dorf geht auch), dann findet man Parks und Rabatten, in denen Ziergewächse stehen, englisch getrimmter Rasen aus der Samentüte wächst, Büsche den Vögeln als Wohnung dienen, pflegeleichte Bäume wachsen. Damit scheint der städtische Anspruch an Begrünung erfüllt. Grün und pflegeleicht.

Das Selbe Bild bieten Vorgärten um Häuser und Gärten in Sparten der Privatpersonen. Südländische Nadelgehölze, schlank und blickdicht. Raspelkurzer Rasen und stetig auf „Unkraut“-jagt. Eine Hecke, denn wehe einer kann reingucken. Und einen Steingarten, denn der Nachbar hat ja auch einen und was der hat…

Um Beginn des 20. Jhd gab es schlaue Stadtväter, die legten so genannte Obstgürtel um die Städte und Dörfer an. Und das zu einer Zeit, als die Industrialisierung ihre kapitalistischen Vorboten bereits aussandte und dennoch die Ur-Oma sehr wohl noch das Wissen über Marmelade Einkochen und Kräuter am Wegesrand besaß. Dennoch wollte man jedem Bürger frei Obst aller Arten und Sorten zur Verfügung stellen. Ich schweige jetzt mal darüber, dass die Obstgürtel bis heute vorhanden sind, jedoch das Obst unbeachtet zu Boden fällt und vergammelt.

In was für einer schönen Welt könnten wir leben, wenn dieser Gedanke, der freien Obstgürtel in jeden Bereich fortgesetzt worden wäre.
Wenn entlang all unserer Straßen Bäume stünden, deren Früchte verwendbar wären. Alte Bäume, alte Sorten.
Wenn jeder Busch nicht nur Blickschutz und Vogelheimat wäre, sondern seine Früchte essbar: Sanddorn, Johannisbeeren, Stachelbeeren an jeder Straßenecke für jeden!
Wenn unsere Wiesen nicht gestylte englische Rasen wären, sondern Blumenwiesen mit einer Vielfalt an Schmetterlingen und Bienen. Hoch genug für Picknick und Liebesnester. Nachts gedeckter Gabentisch für Hasen und Rehe, wenn der Mensch die Stadt den Tieren überlässt. Zudem ideal, um die Hausapotheke aufzufüllen.

Wir hätten ein Stück vom Paradies haben können – für jeden. Jetzt schon!


Politischer Wandel
Anastasia schlägt immer wieder in fast allen Bänden vor, dass jedem Mensch, der es nur will, 1 Hektar Land gegeben werden soll für freie Gestaltung. Das Land soll seine Bewohner ernähren. Auch Bäume sollen darauf, so, das immer ein Holzscheitel abfällt. Die Begrenzung soll eine lebendige Hecke sein. Kein Zaun und keine Mauer, die man ständig instand setzen muss, sondern etwas Natürliches für die Ewigkeit. Die Erträge, die keine eigene Verwendung finden, sollen steuerfrei verkauft werden können. Es würde im Handumdrehen eine ganze Liternei an Problemen lösen: Gesundheit, Ressourcen, Geld, Freizeitgestaltung, Verblödung, Sinnfrage im Leben, kaputte Böden, verschmutztes Trinkwasser, Heimatlosigkeit… um nur ein paar zu nennen. Wir haben doch jetzt so junge aufstrebende Parteien am Start, die alles anders machen wollen. Vielleicht ließt davon mal jemand Anastasia und nimmt es ins Parteiprogramm mit auf. 1 Hektar Land für jeden, der es will! Ich nehme gern einen. Im Kopf ist er schon fertig gestaltet… Die aktuellen politischen Ideen bringen es ja alle irgendwie nicht:
Kommende Chancen
Ich sprach vorhin vom Wetter und dem Boden, die schon so lange nicht mehr sind, wie sie sein müssten. Ja aber wie müssten sie denn sein?

Der Boden regeneriert sich normalerweise permanent neu. Wasser, Salze und Mineralien, die als Nährstofflösung für die Pflanzen so wichtig sind, gehen unterirdisch nie zu Ende und sind permanent perfekt durchmischt. Zudem ist der Lebensraum Boden in sich normalerweise so perfekt, das ständige Zersetzung und Umwandlung von abgestorbener organischer Materie durch Bakterien, Würmer, Ein + Mehrzeller gegeben ist. Das liefert zusätzliche Nährstoffe.

Das Wetter kennt normalerweise in unseren Breitengraden keinen Winter. Es ist immer ein Zustand von warmem Frühling. Damit hört blühen nie auf. Fruchtbildung ist dennoch möglich. Der Herbst mit seinem Abgesterbe fällt aus.

Hinzu kommen kosmische Kräfte in einer Fülle, dass in Bezug auf Pflanzen zwei–drei  Früchte den halben Tagesbedarf an Energie fähig sind, zu decken.

Wir haben aktuell auf Erden keine Region, in der das auch nur annähernd so ist, um neugierig hinschielen und lernen zu können. Aber das Schöne ist: Es kommt! Wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, sind wir im April 2013 in dem Zustand. Und der nächste Herbst und Winter sind nur noch ein schwacher Husten, die uns die neue Welt bereits erahnen lassen.

Ja, 2012 ist der Weltuntergang. Der Untergang einer Welt, in der man Gewächshäuser, chemischen Dünger, globale Handelswege, minderwertige Lebensmittel, niedrig Löhne, niedrig Preise, Geldgier, fremdländische Pflanzen, DIN-Normen und unsinnige Gründflächengestaltung brauchte.

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